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Das Land der unbegrenzten Freundlichkeit!
Sechs Wochen auf Gegenaustausch in Paraguay
Rote Erde und dickes Gras, Staub und Matsch, Berge und Flachland, Wald und Palmen: So sieht es im Osten von Paraguya, eine Stunde von der brasilianischen und der argentinischen Grenze entfernt aus. Noch genauer, in der kleinen Stadt "Santa Rosa del Monday" und ihrer Umgebung, wo hauptsächlich Brasilianer deutscher Abstammung leben.
Freundlich, offen, hilfsbereit, nett, lebenslustig, erzählfreudig, herzlich: So läßt sich, um nur einige Adjektive zu nennen, der Charakter fast aller dort lebenden Menschen beschreiben. Spanisch wird in Santa Rosa und den drum herum liegenden Dörfern nur in der Schule gesprochen. Die Leute untereinander sprechen Portugiesisch (bzw. Brasilianisch ) und Deutsch. Ganz richtig, die älteren Leute sprechen dort fast alle perfekt Deutsch, allerdings Hunsrücker Platt, was sehr lustig klingt, und ich hatte meine Schwierigkeiten, alles zu verstehen. Aber keine Angst, jeder versteht perfekt Spanisch und kann es auch ebenso gut sprechen, weshalb ich keine Verständigungsprobleme hatte.
Meine Gastfamilie hat mich ganz lieb aufgenommen und ich habe mich mit meinen vier Gastgeschwistern auf Anhieb super verstanden. Mit den Eltern konnte ich über alles reden und mich gut mit ihnen unterhalten, nicht zuletzt deswegen, weil sie auch perfekt Deutsch konnten.
Die Lebensweise ist dort viel offener (was möglicherweise auch klimabedingt ist). Ich war im Juli und August in Paraguay, dann ist dort Winter. Wir hatten Temperaturen zwischen +3 und +28° C. Das Haus war immer voll: Ob mit Freunden, die oft auch mehrere Tage blieben, Bekannten oder einigen der zahlreichen Verwandten.
Klingeln existieren nicht: Man geht einfach rein oder klatscht zuerst ein paar mal in die Hände, wie man gerade Lust hat. Beim Essen stören, gibt es nicht, da setzt man sich einfach dazu. Alle Türen sind immer offen, jeder ist willkommen.
Ich habe etliches vom Land gesehen: Die Jesuitenruinen, Ciudad del Este (eine Stadt voller Gegensätze und Schmugglerhochburg, alle CDs kosten da umgerechnet ca. 1 Euro!), den Staudamm von Itaipu (einfach unglaublich) und die "Catarratas", die Wasserfälle mit den größten Wassermassen der Welt, atemberaubend! Wir waren mit der Klasse in Foz do Iguazu' in Brasilien, um Kleider für die Schulabschlußfeier zu leihen, außerdem haben wir viel geangelt und auch viele Fische gefangen, und abends am Wochenende sind wir immer ausgegangen (Disco, Partys, Spielabende, Bowlingspielen...). Dadurch habe ich auch außerhalb der Familie und der Schule noch mehr Freundschaften geschlossen: Die Leute kamen, haben mich umarmt, mich angesprochen und sich mit mir unterhalten.
Die sechs Wochen waren einfach viel zu schnell vorbei: Ich konnte mich gerade flüssiger auf Spanisch unterhalten, recht viel Portugiesisch verstehen und sogar ein bißchen sprechen, die Freundschaften wurden stärker und ich hatte mich einfach an das wunderschöne Leben in Paraguay mit seinen netten Leuten gewöhnt - es war so offen, so warm, so herzlich und so unkompliziert. Mit der Organisation durch den VDA war ich übrigens sehr zufrieden, z.B. war es toll, daß ich auf dem Hinflug während meines langen Aufenthaltes in Santiago de Chile nicht die ganze Zeit auf dem Flughafen alleine war, sondern mir Frau Zeisig, die VDA-Jugendreferentin, die Stadt gezeigt hat.
Lucie Ohlemann
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