Eine wunderbare Zeit mit unserem Gast David Manuel López aus Eldorado Misiones, Argentinien!

Zuerst möchten wir uns bedanken für die reibungslose Organisation und die
phantastischen Erfahrungen die wir, unsere ganze Familie, zum ersten Mal machen durften. Nachdem unser Sohn Simon mit der Idee des Schüleraustauschs aus der Schule nach Hause kam, dachte ich "Na ja, anhören kann ich es mir mal".

Dann war klar, das machen wir!

Also: Unterlagen fertig gemacht und am nächsten Tag ab in die Post. Das VDA-Jugendreferat reagierte sehr schnell und sandte uns innerhalb weniger Tage bereits die Gastschülermappe von Manuel. Ab da war die Vorfreude riesig! Das Gästezimmer wurde renoviert und die Spannung stieg, je näher der Ankunftstermin rückte. Als wir auf unsere erste Mail einige Tage keine
Antwort erhielten und daher nicht wussten, ob sie überhaupt angekommen war, haben wir kurzerhand zum Telefonhörer gegriffen und in Argentinien
angerufen. Alles absolut kein Problem, Manuel und seine Mutter sprachen
prima Deutsch. Bereits ab den ersten Minuten hatten wir das Gefühl, dass
eine große Sympathie zwischen Familie López und unserer Familie bestand.
Erstaunlich, wie das Leben so spielt.

Nichtsahnend, welche tolle Zeit wir mit Manu verbringen würden, fuhren wir
am 9. Dezember nach Frankfurt, um ihn zu begrüßen und in unsere Familie
aufzunehmen. Leider waren bereits alle mitreisenden Jugendlichen unterwegs zum Bahnhof und er saß ganz alleine in der Jugendherberge. Die Begrüßung war sehr herzlich und frei von jeglichen Wertungen oder Vorurteilen. Wir alle lernten einen jungen Mann kennen, der uns auf Anhieb absolut sympathisch war. Meine Frau sagte später, es war "Mutterliebe" auf den ersten Blick.

Unsere schöne Zeit begann:

Manu integrierte sich durch seine offene und freundliche Art von Anfang an in unserer Familie und war innerhalb kürzester Zeit auch bei seinen Schulkollegen und -kolleginnen sehr beliebt. Da er von Anfang an wunderbar deutsch sprechen und verstehen konnte, gab es keinerlei Verständigungsprobleme. Gemeinsam mit Simon und vielen Freunden war er aktiv im Jugendclub, im Sportverein, beim Fußballtraining und bei der Freiwilligen Feuerwehr. Hier wurde Manuel zum Abschied mit einer Ehrenmitgliedschaft beschenkt. 

Zwischenzeitlich besuchte Manu seine Verwandten in Fürstenfeldbruck und der Schweiz, oder unternahm mit zwei anderen Gastschülern vom VDA eine Reise nach Berlin und Hamburg. Da er während der Faschingskampagne bei uns war, musste er natürlich auch bei unserer Faschingsprunksitzung und dem Faschingsumzug in der Gemeinde Laubach teilnehmen.

Manuel saugte alle Informationen in sich auf. Man merkte, er genoss jede neue Erfahrung und die gemeinsamen Aktivitäten, zum Beispiel den Besuch der historischen Marburger Altstadt, des Schlosses, des Weihnachtsmarkts, des Mathematikums in Gießen, eine Brauereibesichtigung und den Besuch einer Negerkußfabrik. Besondere Höhepunkte waren wohl unser Kurztrip zum Snowboarden und der Besuch eines Ligaspieles seines Lieblingsfußballclubs VfL Bochum gegen Schalke 04 (Simon ist Schalke-Fan). Hier wurde Manuel vor dem Spiel ganz persönlich durch den Stadionsprecher begrüßt. 

Manuel, Simon und einige mittlerweile sehr enge Freunde und Freundinnen trafen sich immer wieder, um ihre Freizeit gemeinsam bei Filmabenden oder auch
Stadtbesuchen zu verbringen. Das ganze hatte mittlerweile eine Größenordnung angenommen, dass zur Überraschungs-Abschiedsparty am 20. Februar gut sechzig Jugendliche, nämlich Freunde aus der Schulklasse, der Feuerwehr und dem Sportverein oder einfach nur Bekannte es sich nicht nehmen ließen, mit Manu noch einmal zu feiern und "Adiós"  zu sagen.

Leider rückte der Abschied rasend schnell näher und wir mussten uns am
26. Februar 2010 am Frankfurter Flughafen endgültig verabschieden. Am Flughafen war unsere Stimmung sehr gedrückt, es folgte eine letzte tränenreiche Umarmung.
Was uns außer jeder Menge positiver Eindrücke bleibt, ist das Versprechen,
dass wir uns alle wiedersehen werden. Versprochen ist versprochen! Simon macht den Anfang beim Gegenaustausch im Sommer 2010 und wir werden
sicher auch irgendwann der Einladung von Familie López folgen!

Roland Schmadel, Laubach (Hessen)

(Foto: privat) 













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