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Eine wunderschöne Zeit, die ich nie vergessen werde
VDA-Austauschschülerin berichtet über ihren Aufenthalt in Córdoba/Argentinien
Einmal nach Südamerika zu reisen, ist schon immer ein Traum von mir gewesen. Seit drei Jahren hatte ich nun auch schon Spanischunterricht in meiner Schule und konnte mich noch mehr für die Kultur und Sprache begeistern. Durch meine Klassenkameradin bin ich auf den VDA gestoßen und war sofort begeistert von einem Jugendaustausch. Spontan entschloß ich mich, den VDA anzuschreiben und wurde schon gleich am nächsten Tag benachrichtigt, im Januar 2004 ein argentinisches Mädchen bei mir aufnehmen zu können.
In den drei Monaten, in denen Florencia Asef Horno, meine Austauschschwester, bei mir in Deutschland wohnte, hat sich eine wunderbare Freundschaft zwischen uns entwickelt. Wir haben sehr viel gemeinsam unternommen, wodurch sie unsere Kultur, unsere Lebensweise und unser Land kennenlernen konnte. Meine Familie wurde ihre zweite Familie, meine Freunde wurden ihre Freunde und wir konnten uns für viele gleiche Dinge begeistern. Als Florencias Aufenthalt in Deutschland dann vorbei war, wurden sehr viele Tränen vergossen. Aber wir wußten ja: wir sehen uns wieder, in vier Monaten schon!
Am 10. Juli war es für mich dann soweit. Ab Frankfurt ging mein Flieger erst über Madrid, dann nach Santiago de Chile und schlußendlich nach Cordoba, die Heimatstadt meiner Gastfamilie. Der etwa 18-stündige Flug war auch gleich mein erster Flug und zudem war ich ganz auf mich alleine gestellt. Es verlief jedoch alles reibungslos und am Flughafen konnte ich meine "Schwester" endlich wieder in die Arme nehmen. Von da an begann eine wunderschöne Zeit, die ich nie vergessen werde.
Ich lernte eine komplett neue Kultur und viele neue, liebe Menschen kennen, habe neue Freunde gefunden und außerdem mein Spanisch verbessert. Ich habe gleich festgestellt, daß alles ganz anders ist als in Deutschland und es sehr große Unterschiede zwischen den beiden Ländern gibt. Meinen ersten "Fehler" machte ich gleich auf der Autofahrt vom Flughafen zum Haus meiner Gastfamilie: ich schnallte mich an. Das macht dort nämlich niemand. Dabei ist der Fahrstil der Argentinier wirklich chaotisch. In der Schule konnte ich dann wieder feststellen, daß es die Südamerikaner mit den Regeln nicht so eng sehen. Trotzdem habe ich mich in der Schule wohlgefühlt und ich wurde gleich von allen herzlich aufgenommen. Jeder kennt dort jeden und zwischen Lehrern und Schülern herrscht ein sehr freundschaftliches Verhältnis.
Die Mentalität der Argentinier hat mir gleich von Anfang an sehr gut gefallen. Dort haben die Menschen eine ganz andere Lebenseinstellung als hier in Deutschland. Alle sind herzlich, aufgeschlossen und freundlich. Somit hatte ich überhaupt keine Probleme, mich zu integrieren. Außerdem hätte ich nicht mehr Glück haben können mit meiner Gastfamilie. Sie wurde schon nach kurzer Zeit zu meiner zweiten Familie.
Die Zeit verging wie im Fluge und ich bin der Meinung, daß zwei Monate zu kurz sind. Ich habe mich gerade an alles gewöhnt, habe viele Menschen nun besser kennengelernt und Freunde gefunden, mußte aber genau dann wieder gehen. Ich weiß aber, daß ich eines Tages wieder nach Cordoba fliegen werde. Der vom VDA-Jugendreferat organisierte Austausch war einfach perfekt und ich habe so viele Erfahrungen sammeln können. Ich habe dadurch nicht nur sehr viel gelernt, sondern bin auch selbständiger und selbstbewußter geworden. Dadurch, daß man ganz auf sich alleine gestellt ist, lernt man, selbst zurechtzukommen und offener auf andere zuzugehen. Ich empfehle jedem so einen Austausch, da es eine Erfahrung fürs Leben ist.
Julienne
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