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Erfahrungsbericht über meinen Aufenthalt in Chile
Hallo liebe Leser! Ich Tanja (16), habe im Sommer 2010 einen Schüleraustausch nach Chile in Südamerika gemacht. Vielleicht habt ihr von Chile in den letzten Wochen und Monaten schon etwas gehört, da dort in der Atacama-Wüste Bergarbeiter verschüttet und spektakulär gerettet wurden. Von meinen Erfahrungen will ich euch hier berichten.
Chile war schon immer eines meiner Traumländer und nachdem einer meiner Lehrer auf mich zukam und mich auf einen Austausch mittels der Organisation VDA aufmerksam gemacht hatte, stand für mich fest: Das will ich machen, dort will ich hin!
Nach dem Ausfüllen von ein paar Bewerbungsunterlagen ging es im Juli endlich los. Ich war furchtbar aufgeregt. Aber da der Flug meiner Gruppe wegen eines Maschinendefekts gestrichen wurde und wir somit erst einmal 24 Stunden im Frankfurter Flughafenhotel verbringen mussten, hatte ich Zeit, mich mit dem Gedanken anzufreunden, für zwei Monate von zuhause weg zu sein und nur noch Spanisch zu sprechen.
Die Familie, bei der ich in der Stadt La Serena gewohnt habe, war total nett. Mit meiner Austauschschülerin Rocío habe ich mich von Beginn an gut verstanden, trotz der anfänglichen Verständigungsprobleme. Unternommen haben wir, meist zusammen mit ihren Eltern und ihrer größeren Schwester, zum Glück sehr viel. So hatte ich die Möglichkeit, auch andere Städte in Chile, wie zum Beispiel die Hauptstadt Santiago kennen zu lernen. Die Woche, die ich dort während Rocíos Ferien verbrachte, war klasse und sehr erlebnisreich. In der Stadt war immer was los. Egal zu welcher Uhrzeit man aus dem Haus gegangen ist, immer waren Menschen auf den Straßen unterwegs. Das einzig Negative an Santiago ist der Smog. An manchen Tagen konnte ich nicht einmal die normalerweise gut sichtbare Gebirgskette der Anden im Hintergrund erkennen.
In La Serena bin ich mit Rocío auch zur Schule gegangen. Mir hat es meistens Spaß gemacht, in die Schule zu gehen. Das lag daran, dass Rocío Freunde und Mitschüler alle sehr nett waren und fast jeden Tag etwas zu lachen gab. Da auf ihrer Schule noch weitere Deutsche zu Besuch waren, konnte ich mich außerdem auch mal wieder auf Deutsch unterhalten und somit eine Auszeit vom Spanischen nehmen. Der Unterricht ist im Vergliech mit dem Deutschen dort etwas lockerer. Wir hatten zwar meistens ziemlich lange Unterricht, dafür wurde aber selten sehr konzentriert gearbeitet.
Das absolute Highlight meines Chileaufenthalts aber war die einwöchige Nordentour mit einer deutschen Gruppe. In dieser Woche waren wir - unter anderem - in der Atacama-Wüste. So etwas Beeindruckendes habe ich noch nie gesehen. Man fährt uns fährt und fährt und wenn man aus dem Fenster schaut sieht man nichts. NICHTS. Nur Staub, Sand und Himmel.
Außerdem waren wir während dieser Tour auch Sandboarden. Das ist wie Snowboarden, nur eben nicht im Schnee, sondern eine Sanddüne hinab. Es hat richtig Spaß gemacht, vor allem weil man diese Sportart bei angenehmen 25 Grad in Kurzer Hose machen kann.
Was mich während meines gesamten Aufenthaltes immer wieder verwundert hat, sind die zahlreichen herrenlosen Hunde, die in Chile in den Straßen herumstreunen. Als ich einmal abends mit einpaar anderen Deutschen in einem Ort herumgelaufen bin, liefen uns erst zwei, dann vier, und plötzlich sieben Hunde nach. Lauter Streuner. Das war wirklich erstaunlich.
Besonders beeindruckt hat mich außerdem die chilenische Lebensart. Die Leute dort sind alle sehr offen für neue Menschen und spontan in ihrer Planung. Ich hatte oft keinen "Plan" für den Abend bekommen und dann plötzlich standen zehn Freunde vor der Haustür, um eine Party zu feiern. Ganz spontan. Aber oft waren diese Feiern die besten. Alles in allem kann ich sagen, dass dieser Austausch mir sehr viele positive Erfahrungen gebracht hat. Mein Spanisch ist definitiv besser geworden und neben den vielen neuen Bekanntschaften , habe ich auch eine neue Kultur und Lebensweise kennengelernt, die mir mindestens so gut gefällt wie die Deutsche. Wenn nicht sogar ein Stückchen mehr. Und ich kann sicher sagen, dass ich deutlich selbsbewusster aus Chile zurückgekommen bin. Ich kann einen Schüleraustausch (auch in andere Länder) also nur wärmstens empfehlen. Tanja Sierts
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