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Austauschschüler aus San Salvador verbrachte dreieinhalb Monate auf Bauernhof
Der 16jährige Giacomo Ghiringhello aus San Salvador, der Hauptstadt des mittelamerikanischen Landes El Salvador, lebte dreieinhalb Monate bei Familie Kaldemeyer in Westerkappeln. Über die Erfahrungen dieser Zeit berichten Frau Juliane Kaldemeyer sowie Giacomo selbst.
„Ich möchte vorweg schicken, wie die Umstände unseres Haushaltes sind. Mein Mann und ich führen einen landwirtschaftlichen Milchviehbetrieb und haben vier Kinder im Alter von 17, 16, 10 und 9 Jahren. Betrieb und Haushalt sind eng miteinander verknüpft und zuweilen geht es sehr turbulent und zeitgebunden hektisch bei uns zu. Viel Freizeit und Ruhe, uns mit einem ausländischen jungen Menschen zu beschäftigen, bleibt nicht, so daß wir länger überlegt haben, ob wir als Gastfamilie überhaupt zumutbar sind, haben uns aber dennoch dazu entschlossen und unsere Kinder praktisch verpflichtet, den Integrationspart zu übernehmen.
So, und nun komme ich zu Giacomo. Giacomo kann ganz ausgezeichnet Deutsch. Wir sprechen alle etwas langsamer, und so kann "Jacko", wie ihn alle nennen, dem Gespräch mühelos folgen.
Giacomo kommt aus einem Stadthaushalt in San Salvador und so hat er sich verständlicherweise zu Beginn (zwei, drei Tage) vorsichtig mit den familiären Gewohnheiten vertraut gemacht. Inzwischen bewegt er sich frei und ungezwungen in unserer großen Familie und ist mal bei diesem und dann bei einem anderen Familienmitglied, so daß er bereits jetzt voll in die Familie integriert ist.
Giacomo ist ruhig, freundlich, rücksichtsvoll, hilfsbereit und völlig unkompliziert. Er ißt das deutsche Essen, als kenne er nichts anderes. Gerade macht er mit meinem Mann eine Tour mit dem Traktor, so daß ich Zeit habe, Ihnen zu schreiben. Auch für unsere Kinder ist es eine wertvolle Erfahrung, jemandem aus einem anderen Land ihr Zuhause zeigen zu können und ihre Freiheit und ihr ungezwungenes Aufwachsen in einem bewußten Licht zu sehen.
Kurz: Wir sind begeistert. Hoffentlich gefällt es ihm ebenso gut.
Auch nach Ablauf der schönen Zeit mit unserem „Jacko" hat sich an der Freude, die wir an ihm hatten, nichts geändert. Giacomo hat sich prima in den Familienalltag eingelebt und so einen Platz in unseren Herzen erobert. Wir erzählen überall von unseren guten Erfahrungen und werben so für den VDA. Sollte "Jacko" mal in Deutschland studieren wollen, hat er von uns aus einen Stützpunkt.
Juliane Kaldemeyer
Ich habe meine Zeit in Deutschland richtig genossen! Mein Familie war einfach die beste, die ich finden konnte. Ich habe mir immer kleine Geschwister gewünscht, Wieland und Traute haben meinen Wunsch Wirklichkeit werden lassen. Sie sind so süß und nett und wollten immer mit mir spielen oder Filme gucken. Meine (Gast)Eltern waren super nett. Juliane ist die beste, und sie war immer für mich da, wenn ich was wollte oder brauchte. Wir haben uns super verstanden. Auch August war immer nett und hat mir viel von Deutschland gezeigt. Außerdem hat er mich gelehrt, wie man melkt. Das war total cool. Durch ihn habe ich viel über die Arbeit auf einem Bauernhof gelernt. Mein großer Bruder Cord war auch sehr nett, er hat mir immer geholfen und ist mit mir zu vielen Partys gegangen. Und Lukas, ja was soll ich über Lukas sagen? Lukas ist einfach der größte. Er hat mir sein Zimmer gegeben (das größte), das fand ich ganz lieb von ihm. Ich kann kaum erwarten, bis er herkommt. Ich will, daß er alle meine Freunde kennenlernt und auch meine Familie (aus El Salvador). Und meine liebe Oma, wie kann ich die vergessen? Die war wie meine echte Oma für mich. Bei und mir ihr habe ich mich wie zu Hause gefühlt.
Giacomo
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