|
Jugendaustausch Namibia - Deutschland
Vom 22. November 2009 bis 14. Januar 2010
Am Sonntag, den 22. November 2009 stehen wir, die Familie Iturralde Bluhme, am Hauptbahnhof in Regensburg und warten voller Spannung auf die Ankunft unseres Gastkindes Uendjiziri Commando aus Windhuk, der Hauptstadt Namibias. Endlich kommt der Zug, und kaum ist Uendjiziri ausgestiegen, wird sie von Marie-Theres, Sophie und Beatrice freudig begrüßt.
Als wir nach einer halben Stunde Fahrt bei uns in Hunderdorf ankommen, haben sich die vier Mädchen schon etwas näher kennen gelernt. Und so wird der Koffer gemeinsam ausgepackt und Zuzu - so ist Uendjiziris Spitzname - ist schon mittendrin in unserem Familienleben.
Am Montag ist bereits der erste Schultag am Gymnasium der Ursulinen-Schulstiftung in Straubing. An den deutschen Schulalltag muss sich Zuzu allerdings erst gewöhnen und so braucht sie die erste Woche etwas Ruhe und ein bisschen mehr Schlaf. Um ihr das Eingewöhnen zu erleichtern, sprechen wir in dieser Zeit hauptsächlich Englisch. Denn ihre Deutschkenntnisse sind zwar gut, aber zwischen "Schul-Deutsch" als Fremdsprache und "Alltags-Deutsch" als Umgangssprache ist doch ein gewisser Unterschied. (Hier wäre es vielleicht nützlich, wenn vom VDA eine Art "Kleine Sprachlernfibel" zusammengestellt würde.)
Bereits am nächsten Wochenende beginnen wir mit unserem Besichtigungs-programm und machen eine Stadtführung durch das historische Regensburg. Nachdem wir unter anderem die Steinerne Brücke und den Dom besichtigt haben, stärken wir uns mit einer Bratwurstsemmel und Punsch auf dem Weihnachtsmarkt beim Schloss Thurn und Taxis. Diesem Ausflug folgen noch viele weitere: So besichtigen wir in Nürnberg die Burg und den Christkindlesmarkt, lauschen dem Echo vom Königssee und fahren in das Salzbergwerk in Bad Reichenhall ein. Auch eine Glashütte im Bayerischen Wald besuchen wir und sehen mit eigenen Augen, wie aus Glasgranulat wahre Kunststücke geformt werden. Bequem in einer Pfedekutsche sitzend, fahren wir den steilen Weg zum Schloss Neuschwanstein hoch. Hier ist Zuzu sehr erstaunt, wie viele Touristen sich an diesem Ort befinden. "Ich glaube, auf Schloss Neuschwanstein wird mehr Englisch als Deutsch gesprochen", meinte unser Gast verwundert.
Doch nicht nur Kultur war in unserer gemeinsamen Zeit angesagt. So waren wir beim Rodeln, haben das Skifahren versucht und selbstverständlich haben wir den Schnee auch für eine ordentliche Schneeballschlacht genutzt. Wir allee haben uns sehr amüsiert, als Zuzu bei dieser Gelegenheit feststellte: "Schnee ist sehr lustig, aber auch sehr kalt!"
Viel Spaß hat uns allen auch des gemeinsame Plätzchen backen während der Vorweihnachtszeit gemacht. Besonders Zuzu war mit vollem Eifer dabei. Gewissenhaft hat sie die Plätzchen ausgestochen. Und nach dem backen wurde mit viel Liebe und Mühe verziert. Gemeinsam wurde das Backwerk bei Glühwein oder Kinderpunsch an den Adventssonntagen verzehrt.
Die Zeit verging wie im Flug, und so war - schneller als gedacht - der Zeitpunkt der Abreise gekommen. Am Donnerstag, den 14. Januar 2010 hieß es Abschied nehmen. Die ganze Familie ist sich einig: So ein Jugendaustausch ist eine wertvolle Erfahrung für alle Beteiligten. Und wir können es nur empfehlen. Auch sind wir uns sicher, dass das sicher nicht der letzte Jugendaustausch war. Selbstverständlich werden wir den Kontakt zu Zuzu nicht abreisen lassen. Denn dank Internet sind selbst Freunde auf der anderen Erdhalbkugel ganz nah.
Margit Iturralde Bluhme mit Familie Hunderdorf, Bayern
|