"Mit offenen Armen begrüßt"

Helena Niedermeier verbrachte zwei Monate in Chile, im "Land am Ende der Welt".

Über einige Zufälle ergab es sich, dass ich am Austauschprogramm des VDA nach Chile teilnahm. In der Vorbereitungszeit habe ich mich ein wenig über dieses wunderschöne Land erkundigt, von dem ich vorher wenig wusste. Durch meine Recherchen fand ich heraus, wo es denn genau auf der Weltkarte zu finden ist, welche Staatsform es hat und wie es landschaftlich so aussehen mag. Doch die meisten Informationen bekam ich von meiner Gastschülerin Flavia Andrea Burger Acevedo, die mich im Rahmen des Austauschprogramms bereits im Vorfeld besucht hatte. Über sie habe ich mir einen groben Überblick darüber verschaffen können, was mich eigentlich bei meinem zweimonatigen Aufenthalt in diesem mir bis dahin noch nahezu unbekannten Land erwarten würde.

So ging es nach langer Sehnsucht, verursacht durch Flavias Erzählungen über ihre Heimat, auf nach Chile. Nach einem unendlich erscheinenden Flug erreichte ich mein Ziel: Den Flughafen in Puerto Montt, wo mich Flavias Familie, bei der ich die kommenden zwei Monate wohnen sollte, bereits mit Willkommensschildern begrüßte. Am darauffolgenden Tag begann auch gleich das Schulleben, wobei ich mich schon hier von der allseits höflichen und interessierten Art der Chilenen überzeugen konnte. Und dieser Eindruck vertiefte sich während meines gesamten Aufenthalts in diesem wunderschönen Land.

In den zwei Monaten, die ich in Chile verbringen durfte, lernte ich im wahrsten Sinne Land und Leute kennen. Ich hatte das Glück, dass meine Gastfamilie sehr reisefreudig ist und auch sehr viel Verwandtschaft hat, die quer oder eher längs über Chile verteilt ist. So konnte ich mir mit eigenen Augen ein Bild von der landschaftlichen Vielfalt und vor allem Schönheit dieses Landes machen. Von der trockenen Gegend um die Großstadt Iquique herum über die Atakama-Wüste bis zur Hauptstadt Santiago de Chile und den im Süden liegenden Naturparks wurde mir alles gezeigt. Bei all diesen Reisen lernte ich viele nette Menschen kennen, die mich stets mit offenen Armen begrüßten und ein ehrliches Interesse an mir und meinem Land zeigten. Zudem musste ich mich auch daran gewöhnen, nach der Frage, woher ich denn sei, auf  Deutsch angesprochen zu werden. Es hätte mir klar sein sollen, dass im südlichen Teil des Landes (in dem ich die meiste Zeit verbrachte), wo viele deutsche Auswanderer leben, sich auch der eine oder andere finden würde, der die deutsche Sprache beherrscht.

Als nach zwei Monaten die Abreise vor der Tür stand, hatte ich mich bereits so sehr in dieses Land "am Ende der Welt" verliebt, dass ich gar nicht mehr zurück nach Deutschland wollte. Dies wurde jedoch von meiner damaligen Schule abgelehnt, weswegen ich doch zum Pflichttermin mit schwerem Herzen dieses wunderschöne Land verlassen musste. Die Eindrücke, die ich aber in dieser kurzen Zeit bekommen habe, sollten mich jedoch nicht mehr loslassen. Dadurch war es auch leicht, den Kontakt zu meiner Gastfamilie und meinen chilenischen Klassenkameraden aufrecht zu halten. Und schließlich war die Sehnsucht so groß, dass ich in den Sommerferien des darauffolgenden Jahres einen weiteren Besuch bei meiner Gastfamilie machte, der meine Bindungen nach Chile noch vertiefte.

Auch wenn ich Flavia und ihre Familie nun schon über zwei Jahre nicht mehr gesehen habe ist der Kontakt immer noch sehr gut und der nächste Chilebesuch ist schon in Planung. Abschließend bleibt wohl nur noch zu sagen, dass Chile jederzeit eine Reise wert ist, denn wo gibt es auf der Erde sonst noch ein Land, das eine so große landschaftliche Vielfalt wie Chile zu bieten hat und zur gleichen Zeit noch mit überaus netten, höflichen und offenen Menschen gesegnet ist? Hätte ich noch einmal die Möglichkeit, an diesem Austausch mitzumachen, so würde ich dies ohne nachzudenken wieder tun und empfehle es auch jedem, der offen für die Welt ist und sich einmal ein Bild davon machen will, wie das Leben in anderen Ländern vonstatten geht.

Helena Niedermeier

 

 











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