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Bericht von Lucie Ohlemann: "Das Land der unbegrenzten Freundlichkeit!"
Paraguay ist ein Binnenstaat in Südamerika, der im Osten an Brasilien, im Süden und Westen an Argentinien und im Norden an Bolivien grenzt. Der Name des Staates bedeutet "Wasser, das zum Wasser geht", abgeleitet von der Sprache der Ureinwohner, Guarani: pará ("Ozean"), gua ("zu/von") und y ("Wasser").
Paraguay ist neben Bolivien der einzige Binnestaat Südamerikas. Im Nordwesten und Norden grenzt es an Bolivien mit (740 km), im Osten an Brasilien mit (1.290 km) und im Süden und im Westen an Argentinien mit (1.699 km). Die gesamte Grenzlänge beträgt 3.739 Kilometer. Mit einem Staatsgebiet von knapp 407.000 km2 ist das Land ungefähr so groß wie Deutschland und die Schweiz zusammengenommen.
Knapp 90 Prozent der Bevölkerung sind Paraguayer, in der Mehrzahl Mestizen, die aus der im wesentlichen vom 16. bis zum 18. Jahrhundert erfolgten Verbindung von Guaraní-Indianerinnen mit spanisch Einwanderern hervorgegangen sind. Sporadisch, insbesondere Anfang des 20. Jahrhunderts, kam es zu Einwanderungsschüben aus Europa, sowie aus den Nachbarländern Brasilien und Argentinien. Es gibt regional bedeutende Minderheiten von Europäern und indigenen Völkern, unter denen die Guarani die bedeutendste Gruppe sind. Ihre Sprache (Guaraní), die auch von 80 Prozent der nicht indigenen Bevölkerung gesprochen wird, hat laut der Verfassung von 1992 neben Spanisch offiziellen Status. Heute zählt man vier Stämme zur Guarani-Tupi-Gruppe. Die Ava-Guarani, die Pa'i tavyterä (Caiuá), die Mby'a und die Aché. Die vergleichsweise wenigen schwarzafrikanischen Sklaven, die nach Paraguay kamen, sind heute mittlerweile fast völlig mit den übrigen Bevölkerungsgruppen vermischt.
Als dritte Sprache wird gelegentlich Deutsch vernommen: von deutschen Auswanderern oder von Mennoniten, die jedoch meist einen niederdeutschen Dialekt (Plautdietsch) sprechen. - Dennoch spielt das Hochdeutsche in den mennonitischen Kolonien eine signifikante Rolle: insbesondere als Kirchen-, Schul- und Verwaltungssprache sowie als Sprache der Medien. Je in etwa zur Hälfte in Ostparaguay und in Chaco wohnt diese zahlenmäßig unbedeutende, aber mit großer Wirtschaftskraft und bestimmten Privilegien ausgestattete Minderheit der deutschsprachigen Mennoniten, die seit 1927 zunächst aus Kanada und später meist aus Russland eingewandert sind. Durch weitere Zuwanderung aus den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko beläuft sich deren Anzahl inzwischen auf knapp 30.000 Personen. In der brasilianischen Grenzregion leben inzwischen ca. 500.000 portugiesischsprachige Siedler, davon sind 150.000 deutschstämmige Brasilianer aus den Bundesstaaten Rio Grande do Sul, Santa Catarina, Paraná. Sie werden auch Brasiguayos genannt.
Fünf bis sieben Prozent der paraguayischen Bevölkerung sind Einwanderer deutscher Herkunft. Die Volkszählung im Jahr 202 belegt 1838 (ca. 0,035 Prozent der Bevölkerung) in Paraguay lebende Personen, die in Deutschland geboren sind. Die Besiedlung des Landes durch Deutsche reicht etwa 150 Jahre zurück. 1880 wurden die ersten deutschen Siedlungen gegründet, oftmals nur mit einfachen Werkzeugen im Busch. Nicht wenige kamen dabei ums Leben oder brachten sich selbst um. Trotz allem entwickelten sich diese ersten Kolonien durch den deutschen Fleiß oft zu aufblühenden Zentren, siehe nebenstehende Karte mit den deutschen Siedlungen. Auch hier gilt jedoch der Satz wie für alle Deutschen, die im Ausland Ödland jeder Art urbar machten: "Der ersten Generation der Tod, der zweiten die Not, und der dritten das Brot." In der Regel erfolgt darauf der Neid und der Haß der übrigen Bevölkerung auf die arbeitssamen, erfolgreichen Deutschen mit den "historisch korrekt" belegten Auswirkungen auf Leben, Gut und Heimat.
Nach dem ersten Weltkrieg, um das Jahr 1920, rollte die zweite Einwanderungswelle. Sie bestand aus Leuten, die im Krieg alles verloren hatten oder die hohe Arbeitslosogkeit in Deutschland umgehen wollten.
Die dritte Welle bestand aus deutschstämmigen Mennoniten (eine christliche Glaubnesrichtung) aus Rußland, welche der kommunistischen Diktatur der zwanziger Jahre unter Stalin entkommen wollte.
Paraguays größte und wichtigste Stadt ist die Hauptstadt Asunción mit etwa einer Million Einwohner im Ballungsraum, das Zentrum von Verwaltung, Industrie und Handel.
Zweitgrößte Stadt ist Ciudad del Este (239.500 Einwohner) nahe der Grenze zu Brasilien und Argentinien, eine schnell wachsende Stadt, die als Einkaufs- und Handelszentrum, aber auch als Metropole des Schmuggels bekannt ist. Weitere wichtige Städte sind Pedro Juan Caballero (etwa 65.000 Einwohner) im Nordosten und Encarnación am Rio Paraná. Eine der schönsten Städte ist Concepción mit ca. 50.000 Einwohnern 200 km nördlich von Asunción am Rio Paraguay gelegen, in der sich bis heute der Charme des frühen 19. Jahrhunderts erhalten hat.
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